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24.04.2008

04.05.2008 11:12

Kapitel 24


Markus, allmählich machen wir alle uns glaube ich wirklich Sorgen um dich, weil man so gar nichts Substantielles von dir hört. Ist etwas passiert? Mußtest Du untertauchen? Hier ist meine Übersetzung des neuestes Codex-Kapitels, das gerade aufgetaucht ist:

Navigation mit Leuchtfeuern
Selbst wenn wir einen Reise-Omphalós errichten können, ist damit noch keine sichere Heimreise garantiert.

Es gibt Milliarden und Abermilliarden von Welten, und von einer bestimmten Welt in eine andere zu gelangen, ist kein einfacher Vorgang. Vielmehr handelt es sich um eine außerordentlich komplizierte Angelegenheit. Dazu ist es nötig, die Technik zu beherrschen, die man als "Leuchtfeuer-Navigation" bezeichnet.

Soweit wir herausfinden konnten, wird der Reisende automatisch in jene eine Welt transportiert, deren menschliche Aktivitäten genau im Augenblick der Reise am stärksten (mit denen der Ausgangswelt) korreliert sind. Mit anderen Worten, das Multiversum (Leerstelle im Codex) schickt den Reisenden über die kürzestmögliche Distanz - in die Welt, die sich genauso bewegt wie die Portalwelt.

Aus Gründen, die wir noch nicht ganz verstehen, ist die Koordination von Geographie, Gebäuden und anderen unbeweglichen Unterschieden für der Reise weit weniger wichtig als die Synchronisation lebendiger Bewegungen.

Darum gilt: Wenn du multiversal reisen willst (Leerstelle im Codex), solltest du eine menschliche Synchronisation zwischen deiner Ausgangswelt und deiner Zielwelt herstellen - Leuchtfeuer der Bewegung, die deine Welt so nahe wie möglich an die angepeilte Welt führen. Um ein ausreichend starkes Leuchtfeuer zu erzeugen, solltest du schon den Aufenthaltsort und die Aktivitäten von vielen Tausenden Individuen in beiden Welten vorherbestimmen können. Falls du das nicht kannst, könnte dich deine Reise an irgendeinen völlig unvorhersehbaren Ort führen.

Wenn es dir nicht gelingt, die größtmögliche Koordination zu erreichen, wirst du zwar dennoch in einer Welt landen, die deiner angepeilten Welt so ähnlich ist, daß deine Freunde und deine Familie dort noch existieren. Allerdings werden sie sich vermutlich sehr stark von jenen unterscheiden, an die du dich erinnerst.

Wie man die Leuchtfeuer vorbereitet
Umfangreiche Verständigungen mittels des Omphalós sind vor deiner Abreise nötig, um den Erfolg deines Leuchtfeuers zu garantieren.

Wenn ihr euch über den Omphalós in beide Richtungen verständigen könnt, kannst Du mit Agonothétai aus deiner Zieltwelt zusammenarbeiten, um ein gemeinsames Ereignis vorzubereiten, das so viele menschliche Körper wie möglich synchronisiert.
Je komplizierter die Bewegung, desto stärker wird die Verbindung sein, die ihr errichtet.

Wenn du über den Omphalós nur in eine Richtung kommunizieren kannst, so daß du sehen kannst, aber nicht gesehen wirst, mußt du die Informationen und Visionen, die du aus deiner Zielwelt erhältst, genau studieren und sie (einsetzen?) um in deiner eigenen Welt eine Veranstaltung zu organisieren, die so genau wie möglich den Aktivitäten entspricht, die du für deine Zielwelt voraussiehst.

Sieh dir die Situation an, in der wir uns im Moment befinden.

Unser Ziel ist es, vom Brauch des Labyrinthtanzes zu profitieren, wie auf dem großen Boden der Ariadne selbst. Jeder von uns sechsen erinnert sich daran, daß dieser Brauch in jeder unserer Heimatwelten in jeder Nacht der ersten beiden Augustwochen vollzogen wird.

Während unserer Reisen um die Welt, auf denen wir den Reise-Omphalós vorbereitet haben, haben wir andere den Labyrinthtanz gelehrt und auch die Tradition unserer Welt weitergegeben, ihn bis in den Spätsommer hinein zu tanzen, zur Stunde des Sonnenuntergangs in Kreta.

Wir können nur hoffen, daß sie sich an das erinnern, was wir ihnen gezeigt haben, und daß ihr genügend viele seid, um uns nach Hause zu schicken.

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